Fetisch

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In der Sexualwissenschaft bezeichnet ein Fetisch die Bindung sexueller Erregung an unbelebte Objekte, bestimmte Materialien oder spezifische Körperpartien, die über die primären Geschlechtsmerkmale hinausgehen. Fachlich wird dabei oft zwischen Formfetischen, wie etwa Schuhen, und Medienfetischen, bei denen die Beschaffenheit von Stoffen wie Leder oder Latex im Fokus steht, unterschieden. In modernen Diagnosesystemen wie dem ICD-11 oder dem DSM-5 wird eine solche Präferenz heute als neutrale Variante der menschlichen Sexualität betrachtet, solange sie einvernehmlich praktiziert wird und keinen klinisch relevanten Leidensdruck bei den Beteiligten verursacht. Die Entstehung wird häufig auf frühe Konditionierungsprozesse zurückgeführt, bei denen ein Reiz dauerhaft mit Lustempfinden verknüpft wurde. Entscheidend für die Einordnung im gesellschaftlichen und medizinischen Kontext sind dabei stets die Freiwilligkeit sowie die soziale Integrität der Ausübung.

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